ISYKONSENS International - Institut für Systemisches Konsensieren

Arten des Konsensierens : Drei Arten

Je nach Bedeutung und Komplexität der Problemstellung, der Tragweite der Entscheidung bzw. der Größe und Zusammensetzung der teilnehmenden Gruppe und dem geplanten Aufwand unterscheiden wir drei Ausformungen des Konsensierens:

Schnellkonsensieren

Auswahl-Konsensieren und

Vertieftes Konsensieren
Prozessarten_alle_10Auswahl-Konsensieren und Vertieftes Konsensieren können sowohl offen als auch anonym erfolgen.

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Im Extremfall kann der gesamte Prozess völlig anonym ablaufen


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Arten des Konsensierens : Schnellkonsensieren: die Einwandfrage

Schnellkonsensieren stellt - wie der Name schon sagt - die schnellste Form des Konsensierens dar und ist mit dem geringsten Aufwand verbunden.
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Gut vorbereitete Entscheidungen werden in der Vollversammlung durch Schnellkonsensieren bestätigt
Es wird im Alltag angewendet, wenn schnelle Entschlüsse gefasst werden sollen. Oder in Vollversammlungen von Organisationen, wo viele Beteiligten ohne allzu großen Aufwand Beschlüsse fassen wollen - vor allem dann, wenn diese Beschlüsse von Arbeitsgruppen bereits gut vorbereitet sind.
Schnellkonsensieren arbeitet ähnlich, wie das Abstimmen über die Annahme oder Ablehnung eines Antrags nach dem Mehrheitsprinzip: Es wird ein Antrag gestellt. Danach stellt der Moderator der Versammlung die Einwandfrage: "Wer hat Einwände gegen den Antrag?"
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Wer Einwände hat, hebt die Hand (Bild von hofstaedter / www.pixelquelle.de)

Sollte sich keine Hand heben, ist der Antrag bereits angenommen und der Prozess beendet.
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Ohne Einwände ist der Antrag sofort angenommen


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Arten des Konsensierens : Schnellkonsensieren bei Einwänden

Sollten sich nach der Einwandfrage Hände heben, wenn also Einwände angemeldet werden, wird der Antrag dokumentiert, Wortmeldungen und weitere Anträge entgegengenommen. Und zwar so lange, bis kein weiterer Antrag mehr kommt oder der Prozess durch einen Verfahrensantrag
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Zuerst werden die Anträge gesammelt und - falls es welche gibt - auch die Wortmeldungen dazu
beendet oder unterbrochen wird (siehe unten).

Dann fordert der Moderator auf, Nulllösungen zu suchen. Es kann deren mehrere geben und sie sollten positiv formuliert sein (siehe hier).

Nun werden alle Anträge einschließlich der Nulllösungen vereinfacht bewertet und der Vorschlag mit dem geringsten Widerstand gilt als angenommen.

Verfahrensanträge benötigt man in besonderen Fällen, um den Ablauf des Schnellkonsensierens zu steuern. z.B. den Übergang zu anderen Formen des Konsensierens und deren Durchführung. Oder auch wie man mit dem Fall umgeht, dass mehrere Alternativen dieselbe oder beinahe dieselbe Zahl an W-Stimmen erhalten. Verfahrensanträge werden sofort wieder durch Schnellkonsensieren behandelt. Erst danach wird das durch den Verfahrensantrag unterbrochene Schnellkonsensieren fortgesetzt.

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Arten des Konsensierens : Schnellkonsensieren: die Nulllösung

Bis heute wird nach dem Mehrheitsprinzip über einen Antrag entschieden, indem man die Frage "Wer ist für den Antrag?" und dann die Gegenfrage: "Wer ist dagegen?" stellt. Das unmittelbare Gegeneinander, welches diese Fragestellungen zum Ausdruck bringen, hat sich seit undenklichen Zeiten auf die Beteiligten übertragen. Ein Gegeneinander, welches nicht selten zu Streit, gewalttätigen Konflikten, ja sogar Krieg geführt hat.

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Diese Art der Fragestellung enthält den Keim des Gegeneinander








Deswegen werden diese Fragen beim Schnellkonsensieren bewusst vermieden. Es wird nur die Einwandfrage gestellt. Sollte es Einwände geben, werden beim Schnellkonsensieren als Alternative dazu weitere Anträge und Nulllösungen entwickelt (siehe Schnellkonsensieren bei Einwänden).

Zu Demonstrationszwecken betrachten wir zwei Personen, nur einen Antrag und auch nur eine Nulllösung. Eine Person hat Widerstände gegen den Antrag, die andere hat solche gegen die Nulllösung. Das sind zwei Einstellungen, von denen man im ersten Augenblick den Eindruck erhält, dass sie voneinander unabhängig sind und durchaus nebeneinander bestehen könnten. Man muss darüber nachdenken, es bedarf eines intellektuellen Zwischenschritts, um den Zusammenhang zwischen den beiden Fragen und ihren widersprüchlichen Folgen herzustellen.

Dieser intellektuelle Zwischenschritt ist eine Zwischenstufe, welche sich zwischen das unmittelbare "Dafür" und "Dagegen" schiebt. Durch diesen Zwischenschritt werden die emotionalen Wogen nicht so unmittelbar und daher auch nicht zu solcher Höhe aufgewühlt. Dadurch bleibt die Bereitschaft der Beteiligten, die Fragen auf der intellektuellen Sachebene zu lösen, weit gehend vorhanden.

Außerdem vergleicht man nun wirklich Vergleichbares, nämlich in Stimmen ausgedrückten Widerstand gegen die Annahme des Antrags, mit in Stimmen ausgedrückten Widerstand gegen seine Ablehnung.

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Die Art der Fragestellung führt nicht unmittelbar zu Konflikt und Gegeneinander


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Um Verwirrungen zu vermeiden, sollte positive Formulierungen für die Nulllösungen entwickelt werden
Es kann mehrere Nulllösungen geben und sie sollten positiv formuliert werden, damit man nicht beim Bewerten in doppelten Verneinungen denken muss.

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Arten des Konsensierens : Auswahl-Konsensieren

In vielen Fällen geht es um keine tiefgründige Problematik, sondern um eine Auswahl aus einer Vielzahl von einfachen Vorschlägen (z.B. die Auswahl auszuführender Exkursionen in einem Lehrgang).
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Durch eine einzige Konsensierung wird sowohl die nächste Exkursion bestimmt als auch die Reihenfolge aller weiteren

Dann besteht das Auswahl-Konsensieren nur aus den Schritten:

- Entwickeln / Einholen der Vorschläge

- Eventuell: Einfügen der Nulllösung

- Bewerten der Vorschläge und Errechnen des Gruppenwiderstands

- Entscheiden
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Arten des Konsensierens : Die Personenwahl

Wenn Personen durch Konsensieren gewählt werden, besteht die Gefahr, dass hohe Widerstandswerte auf die Kandidaten kränkend wirken. Um dies zu vermeiden, wird dringend empfohlen, in solchen Fällen - wenn möglich - nur die Akzeptanzwerte zu veröffentlichen.
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Arten des Konsensierens : Vertieftes Konsensieren

Beim Vertieften Konsensieren verändert die systembedingte Verhaltensumkehr der Beteiligten bereits die Lösungssuche. Nachhaltige Lösungen werden entwickelt, und zusätzlich entsteht eine Atmosphäre der Gemeinsamkeit. Wenn emotional sensible Themen behandelt werden, sollte beim Vertieften Konsensieren auch eine besondere Gesprächskultur gewahrt werden.
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