ISYKONSENS International - Institut für Systemisches Konsensieren

Vertieftes Konsensieren : 11 Stufen

Wir haben bei der Besprechung des SK-Prinzips das Machtparadoxon kennen gelernt und die Verhaltensumkehr, die unter den Beteiligten eintritt, weil durch das SK-Prinzip Entgegenkommen zur Grundlage des eigenen Erfolgs wird.

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Das SK-Prinzip bewirkt eine Verhaltensumkehr und harmonisiert die Gruppenstimmung.
Dadurch ergibt sich ein harmonisierender Einfluss auf die Gruppenstimmung und das Eigeninteresse jedes Einzelnen wird in einen konstruktiven Wettbewerb um tragfähige und tragbare Lösungen umgewandelt.

Das systembedingte Interesse einander entgegen zu kommen und Bedürfnisse, Vorstellungen und Ideen der anderen zu erfahren, ermöglicht es den Prozess der Lösungssuche so zu strukturieren, dass selbst egoistische Motive zur Antriebsquelle im gruppendynamischen Prozess werden. Entgegenkommen wird dabei nicht mehr als Schwäche empfunden, sondern als legitime Strategie im eigenen Interesse.

Diesen strukturierten Prozess der Problembehandlung nennen wir "Vertieftes Konsensieren" (vormals: "Erweitertes Konsensieren").Er besteht aus den vier Hauptstufen:
I.) Zielerhebung
II.) Vorschläge entwickeln und durchleuchten
III.) Vorschläge verbessern
IV.) Rangordnung bezüglich der Nähe zum Konsens bestimmen
welche sich wieder in mehrere Unterstufen gliedern, so dass sie insgesamt einen elfstufigen Prozess erhalten.
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Vertieftes Konsensieren : 1.) Aufgabenstellung

Jemand formuliert eine Aufgabe – sei es, ein aktuelles Problem zu lösen, gemeinsame Ziele festzulegen oder sonst irgendetwas, an dem die Gruppe als Ganzes ein gewisses Interesse besitzt. Es ist sein eigenes Interesse, dass er dabei auch sämtliche relevanten Rahmenbedingungen für alle verständlich schildert.
Prozess_Problemstellung_4
Jemand schildert ein Problem und dessen Randbedingungen aus seiner persönlichen Sicht. Bei emotional sensiblen Problemen wird dabei eine besondere Gesprächskultur gewahrt
Falls es sich um ein emotional sensibles Problem handelt, wird bei der Problemschilderung eine besondere Gesprächskultur gewahrt.
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Vertieftes Konsensieren : 2.) Übergeordnete Fragestellungen

Wenn die Gruppe die gestellte Aufgabe lösen will, sollte sie versuchen, sich dem Thema aus einer übergeordneten Sicht mit einer weit gefassten Fragestellung zu nähern. Dadurch wird die Kreativität der Gruppe angeregt.

Gehen Sie nicht von einer Ja-Nein- bzw. Entweder-Oder-Formulierung aus. Versuchen Sie offene W-Fragen zu finden, zum Beispiel im Konfliktfall: „Was können wir tun um dieses Problem für alle Beteiligten und Betroffenen zufriedenstellend zu lösen?"

Prozess_Uebergeordnete_Frage_3
Die übergeordnete Frage sollte mit einem W-Fragewort beginnen: Wie ...? Was ...? Wohin ...? Wodurch ...?
Es kommt vor, dass die Gruppenmitglieder mehrere übergeordnete Fragestellungen vorschlagen. Solange diese sich nicht widersprechen, muss man sich nicht auf eine bestimmte einigen. Auch die Vielfalt der Sichtweisen kann die Kreativität anregen.

Wenn die einzelnen Fragestellungen zu sehr divergieren, empfiehlt es sich allerdings, sie zu Gruppen zusammenzufassen, so dass jede Gruppe auf eine gemeinsame Facette der gestellten Aufgabe konzentriert ist. Dabei ist es der Autor der jeweiligen Frage, der mit ihrer Zuordnung zu einer speziellen Gruppe einverstanden sein muss.

Eventuell kann man durch Schnellkonsensieren die Widerstände der Gruppe gegen die Aussage "Diese übergeordnete Frage sollte vordringlich behandelt werden" und die Nulllösung "Keine der vorhandenen übergeordneten Fragen behandeln, sondern noch weitere suchen" feststellen. Dadurch würde man eine Reihung der Fragestellungen erhalten und so das Interesse der Gruppe auf die dringenderen Fragestellungen lenken.
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Vertieftes Konsensieren : 3.) Info-Runde

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Die Rahmenbedingungen, über welche Einigkeit besteht, werden festgehalten und die relevanten Informationen allen zur Verfügung gestellt.
Für jede übergeordnete Frage werden nun die Rahmenbedingungen festgelegt und festgehalten. Alles, was von der Gruppe nicht beeinflusst werden kann – und nur das – was aber für die Lösung der übergeordneten Frage von Bedeutung ist, ist dabei als Rahmenbedingung anzusehen. Die Informationen darüber sollten so vollständig als möglich zur Verfügung gestellt werden.

Und wenn die Mitwirkenden Fragen haben: Jetzt sollten sie gestellt werden. Oder wenn Sie Informationen haben, von denen Sie glauben, dass alle diese wissen sollten: jetzt sollten sie geäußert werden.
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Vertieftes Konsensieren : 4.) Wünsche an eine gute Lösung

Sorgen Sie dafür, dass jede Person, sofern sie es will, ihre persönliche Sichtweise und Beurteilung der Aufgabestellung, ihre Bedürfnisse, Wünsche, Werte und besonderen Anliegen unbeeinflusst vorbringen kann (in emotional heiklen Fällen sollten Sie dabei die besondere Gesprächskultur des Konsensieren beachten). Da Konsensieren lösungsorientiert ist, sollte es sich hier nur wenn unbedingt nötig um ein Aufrollen unbewältigter Problemfälle handeln. Bewährt hat es sich, wenn der Moderator die Beteiligten auffordert: "Formulieren Sie bitte Ihre Wünsche an eine gute Lösung."

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Zu jeder übergeordneten Frage können und sollen alle Beteiligten ihre Wünsche, individuellen Sichtweisen und Interessen äußern.
Die Gruppe hat aufgrund der neuen Erfolgsgrundlagen unter den Bedingungen des SK-Prinzips Interesse daran, diese subjektiven Meinungen zu hören um sie in ihren Lösungsansätzen berücksichtigen zu können. Daher sollte - wie beim „Brainstorming" - keine Meinung kritisiert, vorverurteilt oder abgelehnt werden.

Allerdings liegt es auch im Interesse jedes Teilnehmers, seine individuellen Wünsche, Sichtweisen und Interessen zu begründen, da oft genug der Schlüssel zur Lösung des Problems bzw. zur Erfüllung des Wunsches in seiner Begründung liegt.

Der Versuch der Gruppe, die individuellen Wünsche eines Teilnehmers zu berücksichtigen, ist natürlich zum Scheitern verurteilt, falls diese Wünsche zu intolerant und egoistisch sind. In solchen Fällen riskiert der egoistische Teilnehmer, dass seine Interessen im Interessenausgleich der Gruppe dann überhaupt keinen Platz finden. Man sollte sich daher gut überlegen, welche Wünsche der Gruppe zumutbar sind und welche nicht. Die Chance auf Erfüllung der zumutbaren Wünsche ist dann hoch.
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Vertieftes Konsensieren : 5.) Lösungssuche

Alle Interessierten können gleichberechtigt daran teilnehmen. Machen Sie die Beteiligten wiederholt darauf aufmerksam, dass laut SK-Prinzip jener Vorschlag gesucht wird, der von allen gemeinsam am wenigsten abgelehnt wird. Daher können nur solche Vorschläge Erfolg haben, welche die übergeordnete Fragestellung und die individuellen Sichtweisen so gut wie möglich berücksichtigen.
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Viele Lösungsvorschläge entstehen im Lösungsbereich. Manche davon berücksichtigen einzelne WISI's besonders. Auch die Nulllösung wird aufgenommen, damit sie später bewertet wird.
Es ist wichtig, dass dies von allen Beteiligten verstanden wird. Auch hier würde Kritisieren, Vorverurteilen oder Ablehnen die Kreativität der Gruppe einschränken. Jede Person kann mehrere Lösungsvorschläge (L) einbringen. Es entsteht eine wechselseitige Inspiration aus der viele Vorschläge hervorgehen.

Viele Lösungsvorschläge entstehen im Lösungsbereich. Falls Sie die übergeordneten Fragestellungen in Gruppen geordnet haben, sollten Sie auch die Lösungsvorschläge diesen Fragengruppen zuordnen. Wieder ist es der Autor des Lösungsvorschlages, der mit der Zuordnung einverstanden sein muss.

Bringen Sie als Ausweichmöglichkeit und Prüfstein unbedingt die „Nulllösung" als zusätzlichen Vorschlag ein, z.B. „Alles soll so bleiben wie es ist", oder (immer möglich) „Treffen wir keine Entscheidung / Verschieben wir die Entscheidung" oä.

Dokumentieren Sie die Lösungsvorschläge in einer vorläufigen Vorschlagsliste und machen Sie diese allen zugänglich und für alle sichtbar.
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Vertieftes Konsensieren : Unterschiedliche Vorschlagstypen

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Manche Lösungen sind erst konkret, wenn genügend "Aktivisten" gefunden sind, die bereit sind, dafür auch zu arbeiten. um die Durchführung sicher zu stellen
Konkrete Vorschläge sollten so detailliert ausgearbeitet sein, dass für die unmittelbare Durchführung keine weiteren Konsensierungen mehr nötig sein sollten. Eventuell ist dazu eine Angabe von "Aktivisten" nötig, die bereit sind, die nötigen Arbeiten zu übetrnehmen.


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Allgemeine Vorschläge geben die Richtung vor, in der nach konkreten Vorschlägen gesucht werden soll.











Allgemeine Vorschläge dagegen dienen mehr dazu, ein Stimmungsbild zu erzeugen, welches bei der später folgenden vorläufigen Bewertung Wegweiser ist, in welcher Richtung weiterhin nach konkreten Vorschlägen gesucht werden soll.


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Vertieftes Konsensieren : 6.) Vor- und Nachteile

Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, um die entwickelten Vorschläge zu durchleuchten. Einerseits können dazu Verständnisfragen gestellt werden, andererseits können sie auf Herz und Nieren überprüft werden. Dazu kann man mittels Brainstorming jeden Vorschlag auf Vorteile (+++) und Nachteile (- - -) untersuchen. Da dies unter Beteiligung der gesamten Gruppe und für jeden Vorschlag durchgeführt wird, besteht für niemanden Anlass Anlass, die kritische Analyse als persönlichen Angriff aufzufassen. Besonders auch deshalb nicht, weil alle verstehen, dass es nicht um Einzelinteressen geht, sondern um eine gute Lösung für die Gesamtgruppe.
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Sämtliche Lösungsvorschläge werden auf Herz und Nieren durchleuchtet: alle Vor-und Nachteile werden gesucht.

Trotzdem sollte alles getan werden, um ein Abgleiten in Rede und Gegenrede oder Kritikerkriege zu vermeiden (s. ungehinderte Kreativität und "Für Mediatorinnen: Kritik").
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Vertieftes Konsensieren : Kreative Kommunikation

»Eine Diskussion ist eine Serie von Monologen, die einander wechselseitig störend unterbrechen« (Charles Tschopp).

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Bei der Diskussion wird das Thema oft in einem Wust von Aussagen zerredet
Man spürt instinktiv, wie treffend die obige Aussage sehr viele Diskussionen charakterisiert. Man weiß ferner, wie viele Diskussionen sich darin erschöpfen, gemachte Aussagen in einem Wust von Entgegnungen zu ersticken, die auf  vorhergehende Aussagen Bezug nehmen, sie widerlegend oder unterstützend, sich vom Hundertsten ins Tausendste verlierend, bis schließlich alles zerredet ist, und man die Diskussion als ergebnislos abbrechen muss.

 

 

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Die Kreative Kommunikation bleibt übersichtlich und kreativ
Die Kreative Kommunikation unterscheidet sich bei der Lösungssuche wahrscheinlich am deutlichsten von den üblichen  Diskussionsprozessen. Der Unterschied besteht darin, dass die oben erwähnten riesigen und verzweigten Aussagenbäume nicht entstehen. Nur Vorschläge werden gemacht und Vor- und Nachteile dazu eringebracht. Aussagen zu bereits bestehenden Vor- oder Nachteilen sind nicht zulässig.

Wer also zum Beispiel mit einem eingebrachten Nachteil nicht einverstanden ist, formuliert einen Vorteil, welcher dem Nachteil inhaltlich widerspricht. Dieser Vorteil sollte sich aber trotzdem ausschließlich auf den ursprünglichen Vorschlag beziehen.

Diese Art der Kommunikation ist anfangs etwas ungewohnt, aber der Geöhnungsaufwand lohnt sich: Dadurch behält die kreative Kommunikation Substanz. Ihre Inhalte werden nicht zerredet, sondern sie bleibt kreativ (unsere online-Konsensierungen bewirkt diese Art der Kommunikation, weil Verlinkungen von Vor- und Nachteilen gar nicht möglich sind)

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Vertieftes Konsensieren : 7.) Vorläufige Bewertung

Die bisher vorhandenen Vorschläge werden nun von allen Beteiligten bewertet. Dabei arbeiten Sie am besten die Gruppen von Fragen, die Sie im Rahmen der Stufe 2 – übergeordnete Fragestellungen – eventuell gebildet haben, der Reihe nach ab. Die Aufforderung an die Gruppe lautet dann etwa: "Bitte geben Sie Ihren Widerstand gegen die Aussage »Dieser Vorschlag löst diese übergeordnete/n Fragestellung/en besonders gut« bekannt."

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Die vorläufige Bewertung ergibt ein Bild über die voraussichtlichen Positionen der Vorschläge im Lösungsband
Dadurch erhalten die Beteiligten ein erstes Bild über die voraussichtliche Rangordnung ihrer Vorschläge. Wer erfolgreich sein will, wird versuchen, deren Positionen in der Rangordnung zu verbessern. Daher entsteht Interesse, in einem weiteren Schritt zu erfahren, welche Widerstände noch nicht ausgeräumt werden konnten.

Das fördert nochmals den Interessenausgleich.
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Vertieftes Konsensieren : 8.) Erkunden der Restwiderstände

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Wer mit seinen Vorschlägen Erfolg haben will, versucht, die verbleibenden Widerstände zu verstehen und zu berücksichtigen.
Wer mit seinen Vorschlägen Erfolg haben will,muss versuchen, die Widerstände dagegen so weit als möglich auszuräumen. Daher werden jetzt die noch verbliebenen Restwiderstände und Einwände gesammelt. Das erfordert kein Streitgespräch, sondern das Bemühen, das Vorgebrachte zu verstehen und zu verarbeiten. 

Dabei haben wir oftmals beobachtet: Durch diese Gespräche fühlten sich die Mitglieder der Gruppe beachtet und in ihren Wünschen und Bedürfnissen ernst genommen. Die Atmosphäre des wechselseitigen Wohlwollens und der Gemeinsamkeit, die dadurch entstand, haben die Gruppenstimmung im Weiteren nachhaltig geprägt.
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Vertieftes Konsensieren : 9.) Vorschläge anpassen

Nun haben alle die Möglichkeit, ihre Vorschläge anzupassen, mit anderen zu kombinieren, sie zurückzuziehen oder neue einzubringen. Und zwar um die Bedürfnisse der anderen noch besser zu berücksichtigen und so deren Widerstand verringern.
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Um die vorhandenen Restwiderstände zu berücksichtigen, werden neue Vorschläge entwickelt bzw. die vorhandenen angepasst.
Im Laufe dieses Prozesses können natürlich immer wieder neue Gesichtspunkte auftauchen, die es nötig machen, zu einem der vorhergehenden Schritte zurückzukehren und die folgenden Teile des Verfahrens nochmals zu durchlaufen. Dies geschieht so lange, bis die Kreativität der Teilnehmer erschöpft ist und im hier besprochenen Schritt des Anpassens der Vorschläge keine Veränderungen oder Neuerungen mehr eingebracht werden.


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Vertieftes Konsensieren : 10.) Vor- und Nachteile anpassen

durchleuchten-anpassen_2Nun müssen auch die Vor- und Nachteile an die veränderten bzw. neuen Vorschläge angepasst werden. Im Normalfall fallen einzelne Nachteile weg und Vorteile kommen dazu.
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Vertieftes Konsensieren : 11.) Die Entscheidung

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Die Entscheidung auch unter vielen Alternativen ist mit Hilfe des Gruppenwiderstands kein Problem
Die Entscheidung erfolgt wie bei der vorläufigen Bewertung schnell und einfach mithilfe des Gruppenwiderstands gegen die Aussage: "Dieser Vorschlag löst die übergeordnete/n Fragestellung/en besonders gut." Er wird meist auf Basis einer 10-er-Skala ermittelt. In sensiblen Fällen - z.B. bei Personenwahlen - ist der Gruppenwiderstand vor Bekanntgabe der Entscheidung noch in Akzeptanzwerte umzurechnen.

Für komplexere Fälle: siehe "Die endgültige Entscheidung"
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Vertieftes Konsensieren : Die Moderation

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Der Moderator entscheidet nicht, sondern stellt nur Anträge
Machtfreie Moderation: Dem allgemeinen Konzept des Konsensierens folgend sollte auch die Moderation auf machtfreier Basis erfolgen. Die Sonderstellung des Moderators beschränkt sich darauf, dass er sich nicht an die Rednerliste halten muss, sondern jederzeit das Wort ergreifen kann. D.h., wenn er es für nötig hält, den Ablauf des Prozesses zu beeinflussen, dann erfolgt dies nicht autoritär und aus einer Machtstellung heraus, sondern er stellt einen entsprechenden Antrag an die Gruppe, welche dann mittels Schnellkonsensierens darüber entscheidet. So werden alle Entscheidungen, die den Ablauf des Prozesses beeinflussen, von der Gruppe selbst getroffen.

Die Mitglieder der Gruppe fühlen sich dadurch untereinander in jeder Hinsicht gleichwertig und die Gefahr von parteiischer Moderation wird ausgeschaltet. Da der Moderator keine eigenen Entscheidungen trifft, fühlt sich auch niemand durch dessen Entscheidungen benachteiligt. Spannungen zwischen der Gruppe und dem Moderator, die den Ablauf des Verfahrens stören könnten, werden vermieden. Ganz im Gegenteil, das Vertrauen innerhalb der Gruppe wächst eher.

Da in der Gruppe meist eine Vielfalt von Meinungen herrscht und der Moderator keine davon unterdrückt, sondern über jede davon durch Schnellkonsensieren entschieden werden muss, kann der Eindruck entstehen, das Verfahren würde dadurch unnötig aufgeblasen und "langweilig". Erfahrungsgemäß ist der Aufwand aber trotzdem wesentlich geringer als mit herkömmlichen Verfahren: Die Konflikte, die bei Letzteren zumeist entstehen, und die Adrenalinschübe, die dadurch erzeugt werden, täuschen über den Eindruck der Langweiligkeit nur hinweg. Zum Beispiel konnten wir Konflikte, die auch nach monatelangen Verhandlungen mit traditionellen Methoden unlösbar erschienen waren, innerhalb eines halben Seminartages lösen.

Der Ablauf: vor Beginn der Moderation sollte auf einer Pinnwand ein "Parkplatz" eingerichtet werden. Wenn immer dann im Laufe der folgenden Moderation eine „Störung" auftritt wird dieser einerseits Vorrang eingeräumt, in dem der Moderator bittet, ihren Inhalt auf eine Moderationskarte zu schreiben, diese vorzulesen und danach am Parkplatz fest zu heften (jede Frage, die nicht mit wenigen Worten beantwortet werden kann, jeder Einwand, jede störende Privatdiskussion und alles ähnliche wird hier als Störung aufgefasst). Der Moderator garantiert, dass er nach Ablauf des laufenden Schrittes einen Antrag auf Behandlung der Karten am Parkplatz  stellen werde.

Bewährt hat sich folgende Methode der Moderation:
  • Es wird eine strenge Rednerliste geführt. Da – wie im Folgenden beschrieben – sämtliche Aussagen visualisiert festgehalten werden, besteht kein Anlass ad-hoc-Äußerungen zuzulassen.
  • Jedes Mitglied, welches eine Aussage machen möchte, schreibt diese auf eine Moderationskarte. Es ist dabei das Interesse des jeweiligen Autors, diese Aussage möglichst knapp zu formulieren und sie präzise und groß zu schreiben (keinesfalls mehr als vier Zeilen je Karte), da sie nur dann von den anderen auch gut gelesen werden kann und so im Gedächtnis gespeichert wird.
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    Sämtliche Äußerungen der Beteiligten werden visualisiert
  • Wenn es im Rahmen der Rednerliste an der Reihe ist, liest das Mitglied seine Moderationskarte vor, erläutert sie eventuell noch kurz zusätzlich und heftet sie auf einer Pinnwand ab.
  • So werden sämtliche zusammengehörigen Aussagen eines Schritts visuell gespeichert und für alle sichtbar gemacht. Wenn der jeweilige Schritt beendet ist (bzw. – falls die Pinnwand groß ist – nach mehreren Schritten, erst wenn die Pinnwand voll ist), wird entweder
    • die Pinnwand wird fotografiert, das Foto ausgedruckt und an alle Beteiligten verteilt
    • oder alle Karten der Pinnwand werden auf einem eigenen Tisch wieder aufgelegt, um dort den Beteiligten als Gedächtnisstütze zu dienen.
  • Beim Durchleuchten der einzelnen Vorschläge gilt das hier Gesagte für jeden einzelnen Vorschlag.
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