ISYKONSENS International - Institut für Systemisches Konsensieren

Der Wille zur Macht: Der innere Widerspruch

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Die derzeitigen Systembedingungen verlangen Macht als Grundlage von politischem Erfolg
Das Konzept der Demokratie verlangt vom Politiker, dass er stets im Interesse von Staat und Bevölkerung handeln solle. Gleichzeitig erfordert jede Art von politischer Einflussnahme eine gewisse Machtfülle. In anderen Worten, es ist eine Vorbedingung, dass nach Macht streben muss, wer seinen Auftrag als gewählter Repräsentant des Volkes nachkommen will.

Persönliches Machtstreben ist ein zutiefst egozentrisch-egoistisches Unterfangen. Diese machtorientierten, egozentrierten Verhaltensweisen werden durch den systemischen Aufbau der Demokratie vom Politiker gefordert. Doch das bedarf spezieller Charaktereigenschaften und Fähigkeiten. Daher darf man sich nicht wundern, wenn erfolgreiche Politiker dieser Forderung auch nachkommen. Die Grenze des Vertretbaren und Erlaubten wird dabei allzu leicht überschritten. Vor allem dann, wenn der Politiker erkennen muss, dass seine Integrität zu Machtverlust und damit in die politische Bedeutungslosigkeit führt. Solange die systemischen Gesetzmäßigkeiten der Demokratie machtorientiertes Verhalten fordern, sind alle aufgedeckten Korruptionsfälle, alle Wikileaks-Enthüllungen, ist die Empörung über undemokratische Versuche von Politikern, die Verbreitung von Information zu kontrollieren etc., vergeblich und können Missstände und Verfehlungen nicht dauerhaft behoben werden.

Nur eine Systemänderung, welche die Voraussetzung und Zielsetzung politischen Handelns mit dem gesamtstaatlichen Gemeinwohl in Einklang bringt, wird das ändern können. In anderen Worten: Der Weg zu politischer Einflussnahme darf nicht über persönlichen Machtgewinn führen, sondern über gelebten Gemeinschaftssinn. Das SK-Prinzip als Entscheidungsprinzip in politischen Gremien würde wegen des dann geltenden Machtparadoxons die erforderliche „Trockenlegung der Sümpfe" herbeiführen.