ISYKONSENS International - Institut für Systemisches Konsensieren

Bewerten und entscheiden: Strategisches Bewerten

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Strategisches Bewerten geht oft ins Auge
Wir haben im Beitrag über die Selbstreinigung dargelegt, dass man sich durch strategisches Bewerten selbst schaden kann. Wir möchten diese Aussagen hier noch vertiefen. Wer immer von der ehrlichen Bewertung ab geht, um gewünschte Effekte zu erzielen, riskiert dadurch, sich selbst zu schaden.

Dazu ein Beispiel. Nehmen wir an, bei ehrlicher Bewertung wäre mein zweitliebster Vorschlag knapp konsensiert worden. Weil ich meinem Lieblingsvorschlag aber unbedingt zum Durchbruch verhelfen wollte, habe ich strategisch bewertet und schon den zweitliebsten Vorschlag schlechter eingestuft, sprich, ich habe ihm real mehr W-Stimmen zugeteilt, als es meiner tatsächlichen Einstellung entsprach. Dadurch wurde natürlich auch der Gruppenwiderstand dieses Vorschlags erhöht. Wodurch er bei der tatsächlichen Auswertung nicht konsensiert wurde, sondern eben ein anderer.

Durch mein strategisches Bewerten habe ich den Erfolg meines zweitliebsten Vorschlags verhindert und einem vielleicht wesentlich unangenehmeren Vorschlag zum Durchbruch verholfen.