Vertieftes Konsensieren:
4.) Wünsche an eine gute Lösung
Sorgen Sie dafür, dass jede Person, sofern sie es will, ihre persönliche Sichtweise und Beurteilung der Aufgabestellung, ihre Bedürfnisse, Wünsche, Werte und besonderen Anliegen unbeeinflusst vorbringen kann (in emotional heiklen Fällen sollten Sie dabei die
besondere Gesprächskultur des Konsensieren beachten). Da Konsensieren lösungsorientiert ist, sollte es sich hier nur wenn unbedingt nötig um ein Aufrollen unbewältigter Problemfälle handeln. Bewährt hat es sich, wenn der Moderator die Beteiligten auffordert: "Formulieren Sie bitte Ihre Wünsche an eine gute Lösung."
Zu jeder
übergeordneten Frage können und sollen alle Beteiligten ihre Wünsche, individuellen Sichtweisen und Interessen äußern.
Die Gruppe hat aufgrund der neuen
Erfolgsgrundlagen unter den Bedingungen des
SK-Prinzips Interesse daran, diese subjektiven Meinungen zu hören um sie in ihren Lösungsansätzen berücksichtigen zu können. Daher sollte - wie beim „Brainstorming" - keine Meinung kritisiert, vorverurteilt oder abgelehnt werden.
Allerdings liegt es auch im Interesse jedes Teilnehmers, seine individuellen Wünsche, Sichtweisen und Interessen zu begründen, da oft genug der Schlüssel zur Lösung des Problems bzw. zur Erfüllung des Wunsches in seiner Begründung liegt.
Der Versuch der Gruppe, die individuellen Wünsche eines Teilnehmers zu berücksichtigen, ist natürlich zum Scheitern verurteilt, falls diese Wünsche zu intolerant und egoistisch sind. In solchen Fällen riskiert der egoistische Teilnehmer, dass seine Interessen im Interessenausgleich der Gruppe dann überhaupt keinen Platz finden. Man sollte sich daher gut überlegen, welche Wünsche der Gruppe zumutbar sind und welche nicht. Die Chance auf Erfüllung der zumutbaren Wünsche ist dann hoch.