ISYKONSENS International - Institut für Systemisches Konsensieren

Vertieftes Konsensieren: 2.) Übergeordnete Fragestellungen

Wenn die Gruppe die gestellte Aufgabe lösen will, sollte sie versuchen, sich dem Thema aus einer übergeordneten Sicht mit einer weit gefassten Fragestellung zu nähern. Dadurch wird die Kreativität der Gruppe angeregt.

Gehen Sie nicht von einer Ja-Nein- bzw. Entweder-Oder-Formulierung aus. Versuchen Sie offene W-Fragen zu finden, zum Beispiel im Konfliktfall: „Was können wir tun um dieses Problem für alle Beteiligten und Betroffenen zufriedenstellend zu lösen?"

Prozess_Uebergeordnete_Frage_3
Die übergeordnete Frage sollte mit einem W-Fragewort beginnen: Wie ...? Was ...? Wohin ...? Wodurch ...?
Es kommt vor, dass die Gruppenmitglieder mehrere übergeordnete Fragestellungen vorschlagen. Solange diese sich nicht widersprechen, muss man sich nicht auf eine bestimmte einigen. Auch die Vielfalt der Sichtweisen kann die Kreativität anregen.

Wenn die einzelnen Fragestellungen zu sehr divergieren, empfiehlt es sich allerdings, sie zu Gruppen zusammenzufassen, so dass jede Gruppe auf eine gemeinsame Facette der gestellten Aufgabe konzentriert ist. Dabei ist es der Autor der jeweiligen Frage, der mit ihrer Zuordnung zu einer speziellen Gruppe einverstanden sein muss.

Eventuell kann man durch Schnellkonsensieren die Widerstände der Gruppe gegen die Aussage "Diese übergeordnete Frage sollte vordringlich behandelt werden" und die Nulllösung "Keine der vorhandenen übergeordneten Fragen behandeln, sondern noch weitere suchen" feststellen. Dadurch würde man eine Reihung der Fragestellungen erhalten und so das Interesse der Gruppe auf die dringenderen Fragestellungen lenken.