ISYKONSENS International - Institut für Systemisches Konsensieren

Die Entwickler: Erich Visotschnig

erich_kleinIch wurde 1939 in Eisenstadt geboren.

Meine Schulzeit verbrachte ich in Graz. Davon ein Jahr als Austauschschüler in den USA, in der Abschlussklasse der amerikanischen High-School. Danach begann ich mit dem Studium der Mathematik und theoretischen Physik an der Universität Graz, wo ich 1967 „sub auspiciis praesidentis" promovierte.

Meine berufliche Laufbahn begann als Hochschulassistent am Institut für angewandte Mathematik der Universität Graz mit den Forschungsgebieten Graphentheorie und Optimierung, formale Computersprachen und Compilerbau. Es folgten eineinhalb Jahre als Softwareentwickler und Projektmanager in einem deutschen Softwarehaus. Danach ein halbes Jahr Belgien und drei Jahre Frankreich.

1974 kehrte ich mit meiner Familie nach Graz zurück. Nach einer kreativen Pause begann 1975 meine Arbeit als Systemanalytiker und Projektmanager bei IBM, die ich bis 1999 ausübte.

Bei IBM lernte ich auch meinen späteren Freund und Mitautor Siegfried Schrotta kennen. Uns verband großes Interesse an machtfreien Abläufen und machtfreien Strukturen. Von Siegfrieds Grundidee zu einer machtfreien Verständigung ausgehend begannen wir 1979 eine intensive gemeinsame Entwicklungsarbeit, aus der schließlich 1982 das erste gemeinsame Buch entstand: „Neue Wege der Verständigung - der machtfreien Raum". Darin gelang uns unter Anderem, das Entstehen des Internets und vieler seiner Schwierigkeiten vorher zu sagen - und auch Wege letztere zu vermeiden, was damals noch möglich gewesen wäre.

1979 schrieb ich meinen Sohn Rainer in einer Grazer Alternativschule ein, die unter Eltern-Selbstverwaltung stand. Immer wiederkehrender Streit unter den beteiligten Eltern im Zuge dieser Selbstverwaltung schockierte mich. Ich versuchte seine systemische Ursache zu ergründen und erkannte das verwendete Entscheidungsverfahren - den demokratischen Mehrheitsentscheid - als Quelle der Unstimmigkeiten. Aus dem Versuch seine systemischen Mängel zu beheben, entstand die erste Idee des Konsensierens. Zuerst fehlten allerdings jegliche Vorstellungen zur machtfreien Einführung des Verfahrens in der Gesellschaft. Auch erschien mir die Materie zu trocken, um sie als Buch mit Aussicht auf Erfolg herausbringen zu können.

Angeregt durch Freunde nahm ich 2001 die Gedanken wieder auf. Im Laufe von vielen Diskussionen, vor allem mit Siegfried Schrotta, begannen sich Lösungen für die erwähnten Probleme abzuzeichnen. Und so entstand das SK-Prinzip.