Wir demonstrieren das anhand des in der Wikipedia gezeigten Beispiels (siehe Wikipeda: Schulze-Methode). Dabei wählt eine Gruppe von 45 Personen mithilfe der Schulze Methode einen aus fünf Kandidaten. Wir verwenden die dort übliche Schreibweise, durch welche die Präferenz der Abstimmenden bezüglich der Kandidaten ausgedrückt wird. Dabei bedeutet die Zeile
5 ACBED
dass fünf Personen Kandidat A vor C reihen würden, C vor B vor E vor D. Bei den in der Wikipedia angegebenen Präferenzen der 45 Beteiligten5 ACBED
5 ADECB
8 BEDAC
3 CABED
7 CAEBD
2 CBADE
7 DCEBA
8 EBADC
Der Schulze-Sieger kann die stärkste Ablehnung erhalten. Dann besteht die Gefahr von Unzufriedenheit, Spannungen und vielleicht sogar Konflikten in und mit der Gruppe
5 ACBED
5 ADECB
8 BEDAC
3 CABED
7 CAEBD
2 CBADE
7 DCEBA
8 EBADC
Wir betrachten nun, wie stark die einzelnen Kandidaten von der gesamten Gruppe abgelehnt werden. Dazu müssen wir einfach zählen, wie oft jeder Kandidat rot markierte ist:
Ablehnung von A: 8 + 7 = 15 Personen
Ablehnung von B: 5 + 7 + 7 = 19 Personen
Ablehnung von C: 5 + 8 = 13 Personen
Ablehnung von D: 5 + 8 + 3 + 7 = 23 Personen
Ablehnung von E: 5 + 5 + 8 + 3 + 7 + 2 + 7 = 37 Personen
Wie wir sehen, wird Kandidat E, der Gewinner der Schulze-Methode, von 37 Personen abgelehnt (also von nur acht Personen gutgeheißen!). Er ist der Kandidat, der am häufigsten abgelehnt wird! Die vorhandene Information legt nahe, dass Kandidat E dem Gruppenwunsch am wenigsten entspricht. Wird er dennoch ins Amt eingesetzt, besteht die Gefahr von Unzufriedenheit und Spannungen, ja sogar Konflikten in und mit der Gruppe.
Gemäß der Denkweise des SK-Prinzips würde der Kandidat mit der geringsten Ablehnung am ehesten als Ausdruck des Gruppenwunsches angesehen werden. Wenn er die Gruppe vertritt, sind die geringsten Reibungsverluste bzw. Konflikte zu erwarten. Er wird beim Konsensieren allerdings noch wesentlich feinfühliger bestimmt als durch bloße Präferenz, weil auch die Stärke der Ablehnung jeweils gemessen wird.
